„Mutter aller Handelsabkommen“ zwischen Indien und EU abgeschlossen

Am 27. Januar 2026 wurden in Delhi die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU abgeschlossen. Nun beginnt der Ratifizierungsprozess, zur Anwendung wird das Abkommen wahrscheinlich erst 2027 kommen.   

Das Abkommen umfasst eine Freihandelszone mit rund zwei Milliarden Menschen und etwa einem Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung. Indien ist die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt, neuntgrößter Handelspartner der EU. Die EU-Kommission erwartet jährlich bis zu 4 Mrd. € an eingesparten Zöllen und zugleich Verdoppelungen der EU-Ausfuhren nach Indien bis 2032.

 

Das Abkommen beinhaltet viele Vorteile für EU-Unternehmen und wird die boomende indische Industrie weiter fördern. Aus der EU-Sicht gilt:

 

Zölle auf über 90 % der EU-Warenexporte werden abgeschafft oder reduziert. Die hohen indischen Einfuhrzölle auf Maschinen und elektrische Ausrüstungen fallen über die nächsten fünf bis zehn Jahre deutlich. Bei Chemikalien fallen Zölle für fast alle Produkte weg, vielfach bereits zum Inkrafttreten. Zölle auf Produkte wie Rindfleisch, Zucker, Reis, Hühnerfleisch und bestimmte Molkereiwaren bleiben bestehen; für einige Erzeugnisse sind nur begrenzte Importkontingente vorgesehen. Der Marktzugang für EU-Dienstleister in den Schlüsselbereichen Finanzdienstleistungen und maritime Dienstleistungen wird erleichtert. Es gibt eine Vereinfachung der Zollverfahren, um Exporte zu beschleunigen. Der Schutz des geistigen Eigentums von EU-Unternehmen, wie beispielsweise Marken, Designs, Urheberrechte und Geschäftsgeheimnisse wird gestärkt. Ein eigenes KMU‑Kapitel soll kleinen und mittleren Unternehmen den Marktzugang erleichtern.

 

Es gibt keine Änderung an der Anwendung des EU‑Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM); Unternehmen müssen weiterhin Emissionsdaten, Zertifizierungen und Berichterstattung entlang der Lieferkette sicherstellen.

 

Neben dem Abkommen wurde eine Sicherheits‑ und Verteidigungspartnerschaft beschlossen (u. a. Maritime Sicherheit, Verteidigungsindustrie und ‑technologie, Cyber‑/Hybridbedrohungen, Raumfahrt, Terrorismusbekämpfung).

 

Damit werden die traditionell guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und mithin auch Deutschland zu Indien weiter gestärkt. Ob die vollmundige Bezeichnung „Mutter aller Handelsabkommen“ (von der Leyen) gerechtfertigt ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

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