Die Tätigkeit von Aufsichtsräten – insbesondere in börsennotierten Aktiengesellschaften – hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Begriffe wie Kompetenz, Unabhängigkeit, strategische Weitsicht, Digitalisierung, Diversität, Compliance und Internationalisierung prägen die Diskussion. Doch stellt sich die Frage: Brauchen wir wirklich eine umfassende Reform des Aufsichtsratsrechts?
Die zentralen Regelungen finden sich im Aktiengesetz (AktG) und im Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Während das AktG seit Jahren kaum Änderungen erfahren hat, wird der Ruf nach neuen gesetzlichen Vorgaben lauter. Gleichzeitig beklagt die Wirtschaft eine zunehmende Bürokratisierung. Mehr Regulierung bedeutet jedoch nicht automatisch bessere Unternehmensführung.
Die Entwicklung vom reinen Überwachungsorgan hin zu einem beratenden und strategisch begleitenden Gremium ist positiv. Dennoch spiegelt sich diese Rolle im Gesetz bislang kaum wider. Eine Anpassung könnte symbolische Wirkung entfalten, doch die Praxis funktioniert auch mit den bestehenden Regelungen.
Diskutiert werden strengere Vorgaben zur Unabhängigkeit, zur Anzahl der Mandate sowie zur Transparenz bei Wahlvorschlägen. Solche Punkte lassen sich jedoch eher über den Kodex als durch Gesetzesänderungen lösen. Gleiches gilt für den Umgang mit Interessenkonflikten – individuelle Situationen lassen sich kaum pauschal regeln.
Die gesetzlich vorgeschriebene Größe von 20 Mitgliedern wird zunehmend hinterfragt. Europäische Gesellschaftsformen (SE) bieten hier bereits flexible Lösungen. Auch die Ausstattung des Aufsichtsrats und seine Befugnisse für Hilfsgeschäfte sind Themen, die eine gesetzliche Klärung verdienen.
Die drastische Zunahme von Regulierung in den letzten zwei Jahrzehnten zeigt: Gute Unternehmensführung lässt sich nicht herbeiregulieren. Sie hängt an der Kompetenz und Integrität der handelnden Personen. Wer diese Eigenschaften nicht mitbringt, wird auch das dichteste Regelwerk umgehen können.
Statt immer neuer Vorschriften sollten wir überlegen, wo Deregulierung sinnvoll sein könnte – gerade um die Börse für mittelständische Unternehmen wieder attraktiver zu machen.
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